Nachfolgeberatung: schrittweise loslassen

So wie jeder Stifter auf seine eigene Art und Weise seine Stiftung gründet so übergibt auch jeder seine Stiftung auf seine eigene Art. Auch Stifter müssen als Alleinvorstand rechtzeitig über eine Nachfolge nachdenken. In Erinnerung an den Großvater errichtete der Sohn  vor 10 Jahren eine Stiftung zur Förderung der Jugend-und Altenhilfe. Nach erfolgreicher Fördertätigkeit und Arbeit als alleiniger Vorstand wird nun aufgrund des hohen Alters der Wunsch deutlich, dass es Zeit wird, sich professionelle Hilfe bei der Durchführung der Programmarbeit und der Administration zu suchen. Gleichzeitig wird an einer Strategie gearbeitet, die Stiftungsarbeit in vertrauensvolle Hände zu übergeben.

Citizen Science – Freiwilligenarbeit digital

Mit der globalen Entwicklung in der universitären Landschaft haben sich auch die Arbeitsfelder erweitert. Aktive gesellschaftliche Aufgaben und die Interaktion mit Unternehmen und Bürgern werden in Zukunft noch stärker die Third Mission und die Leistungsfähigkeit von Universitäten bestimmen. Welche Rolle werden Stiftungen in dem digitalen Transformationsprozess spielen? Können sie den Veränderungsprozess maßgeblich vorantreiben oder werden andere Akteure diese Rolle übernehmen?

In den anglo-amerikanischen Ländern hat die Einbindung von Freiwilligen in die Wissenschaft Tradition. Verschiedenste Non-Profit-Organisationen und Foundations sind aus diesem Betätigungsfeld hervorgegangen und bilden die Brücke zwischen Universitäten und einer interessierten Öffentlichkeit. Die amerikanische Organisation Earth Watch, z.B., vermittelt seit Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts weltweit Kurzaufenthalte in universitären Forschungsexpeditionen. Die Nautical Archaeological Society bildet seit Anfang der 60er Jahre Sporttaucher für den ehrenamtlichen Einsatz bei archäologischen Unterwassergrabungen aus. Durch langjährige Erfahrungen mit der Motivation und den Bedürfnissen der Freiwilligen, ihrem Training und vor allem der Bindung an die Institution haben sie sich professionalisiert und ihre Angebote ständig verbessert. Mit den neuen Citizen Science Plattformen, wie Zooniverse, scistarter und jetzt auch buergerschaffenwissen wird der Zugang zu wissenschaftlicher Mitarbeit global, sichtbar und digital. Doch auch sie sammeln bislang nur bereits bestehende Aktivitäten.

Augenhöhe ist gefragt

In Deutschland sind es die Vereine und Naturschutzorganisationen, die schon seit Jahrzehnten wissenschaftliche Leistungen erbringen und Bürger in ihre Arbeit einbinden. In den Universitäten waren „interessierte Laien“ mit ihrem Willen zur Mitarbeit bislang ungern gesehene Gäste und galten eher als Störfaktor bei der richtigen wissenschaftlichen Arbeit. Mit den neu aufgestellten Museen und Science-Centern haben sich aber auch in Deutschland in den letzten Jahren weitere Brückenbauer herausgebildet, die Wissen sammeln und vermitteln und ehrenamtliche Mitarbeit zu schätzen wissen.

Will man in der digitalisierten Welt die Bürgerbeteiligung in den Wissenschaften nutzen, muss sich sicherlich nicht nur die Einstellung, sondern auch die Kommunikation ändern. Mit einem „Heimatforschertag“ oder dem „bundesweiten Aktionstag zur Erfassung heimischer Vogelarten“ wird man heute nicht mehr Viele zur Mitarbeit bewegen können. Da machen der Aufruf „Join respected scientists in the field where they’re investigating critical environmental issues“ oder „Join Earthwatch paleontologist Dr. Larry Agenbroad in the hunt for mammoths in South Dakota” schon viel neugieriger und Lust auf mehr. Solange in Deutschland Mitarbeiter als Hobbyforscher oder interessierter Laie gesucht werden, kann eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe nicht gelingen. Eine andere Strategie verfolgen die Institute, die sich der Möglichkeiten der Gamesindustrie zu Nutze machen. Serious Games  haben nicht nicht nur die Aufgabe Wissen zu vermitteln, sondern sammeln Wissen, Erfahrungen und Ideen von Menschen, die sie sonst nicht erreichen könnten.

Welche Rolle spielen Stiftungen in der aktuellen Transformation?

Stiftungen fördern seit jeher die Forschung und die Lehre an den Universitäten und haben Universitäten sie in ihrer Leistungsfähigkeit unterstützt. Was können Stiftungen heute tun, um sie bei den neuen globalen Aufgaben zu unterstützen? Sind sie diejenigen, die Wissenschaftler, Forscher, Freiwillige, Vereine und Organisationen sowie Förderer an einen Tisch holen? Nicht alle werden ihrem Stiftungszweck nach, Akteure in diesem universitären Wandel sein können. Und vielleicht werden es bald aber auch ganz andere Stiftungen sein, die die Transformation bestimmen.

Durch die Digitalisierung erweitert sich nicht nur die Reichweite

Längst haben globale Wirtschaftsunternehmen die Chancen der technologischen Innovationen für ihre eigene Produkt- und Geschäftsentwicklung erkannt. Anstelle der bisherigen Zusammenarbeit mit einzelnen Universitäten, vernetzen sie sich weltweit direkt mit Ideengebern und Experten und schaffen hierfür eigene digitale Labs.

Refresh your ideas

Jetzt ist es an der Zeit, die Stiftungs- und Förderstrategie zu überdenken, digitale Entwicklungstrends zu analysieren sowie Kooperationspartner und weitere Förderer zu finden, damit Stiftungen auch in Zukunft ihrem Anspruch und dem Stifterwillen gerecht werden. Wir stellen Ihre bestehenden Aktivitäten auf den Prüfstand und zeigen neue Innovationsfelder auf.

Wozu brauchen Stiftungen eine Strategie?

Stiftungen wollen den vom Stifter benannten Zweck möglichst wirkungsvoll umsetzen.
Eine Strategie ist ein Instrument, eine systematische Herangehensweise, die Vorständen und Stiftungsmitarbeitern hilft, die Stärken der Stiftung und ihrer Arbeit zu erkennen und auszubauen. Strategien ermöglichen es, die  Veränderungen wahrzunehmen  und klare Weichenstellungen für die Zukunft vorzunehmen. Mit strategischem Denken findet man heraus, wo die Kräfte am besten eingesetzt werden und wie der Nutzen für die Zielgruppe vergrößert werden kann.

Damit die Strategie effektiv  und nutzbar ist, sollten spezifische Ziele formuliert, Maßnahmen beschrieben und Ressourcen festgelegt werden. Neben den erreichten Zielen heißt das Ergebnis auf allen Seiten ‚Motivation‘.Je nach Größe der Stiftung oder des Vorhabens ist es sinnvoll, Aktivitäten in einzelnen Bereichen strategisch zu betrachten. Eine Fundraising- oder Kommunikationsstrategie alleine ohne eine Gesamtstrategie ist allerdings wenig erfolgversprechend.

Ihre Ziele bestimmen das strategische Instrument

Die bekanntesten Strategie-Instrumente stammen aus der Unternehmens- und Marketingberatung von Wirtschaftsunternehmen, wie z.B. die SWOT-Analyse, die PEST/STEP-Analyse, die Stakeholderanalyse oder die Methode des Design Thinkings. Seit längerem nutzen auch gemeinnützige Organisationen diese Instrumente, um ihre Anliegen und Ziele wirkungsvoller umzusetzen. Durch die verstärkte Arbeit mit ehrenamtlichen Mitarbeitern oder Bürgern haben sich aber im Laufe der Jahre eigene Instrumente entwickelt. Dazu gehören der Fundraisingzyklus oder die Zukunftswerkstatt.

Es gibt eine Fülle von Instrumenten, die Strategiearbeit interessant, nutzbar und auch kreativ werden lassen. Beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Strategie sind

  • Engagement und der Wunsch nach Veränderung,
  • ein klares Verständnis über die der äußerlichen Möglichkeiten und Herausforderungen,
  • eine realistische Einschätzung der eignen Stärken und Grenzen,
  • ein inklusiver Ansatz, der alle Beteiligten einbezieht – vom Vorstand über haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie Geförderten,
  • ein entscheidungsfähiges und ausgestattetes Kernteam,
  • Offenheit gegenüber best and worst practices,
  • ein Umsetzungsplan mit Prioritätenliste,
  • Geduld.

Großer Bruder, kleine Schwester? Verein und Stiftung im Beziehungsstress

Wenn Vereine Stiftungen gründen, wollen Sie ihrer Arbeit eine dauerhafte Perspektive geben.  Als explizite Förderstiftung errichtet oder auch nicht, sind sie damit eine Beziehung eingegangen, die trotz eigenständigen Körperschaftsstatus eine enge Verbindung behält. Viele Vereine haben dies in den 2000er Jahren getan. Satzungen wurden eng verzahnt, Gremien und Mitarbeiter in doppelter Funktion eingesetzt, ein Name wurde gewählt, der die Verbundenheit ausdrückt: Die Rolle für die Stiftung war gesetzt.

Die Erwartungen steckten vor allem in dem Erbschaftsfundraising und einer Erweiterung des Angebots für den eigenen Spenderkreis, die ohne großen Aufwand für die Erfolge sorgen sollten. Scheinbar selten hat man im Vorfeld über das stiftungseigene Profil, die Programmentwicklung und den eigenständigen Auftritt nach außen nachgedacht, die eine eigene Entwicklung ermöglicht.

In zinsniedrigen Zeiten wird die Beziehung nun auf eine Probe gestellt. Die Stiftung generiert nicht mehr den hohen regelmäßigen Ertrag und die Argumentation für den vereinseigenen Spenderstamm schwindet. Und Erbschaftsmarketing ist eine langfristige Angelegenheit, die viel Geduld erfordert.

Auch der Fundraiser im Doppeljob gerät in einen Zwiespalt. Sollte er nicht lieber die hohe Dauerspende für den Verein weiter bewerben, die schnellere und notwendige Einnahmen verspricht, als Zustiftungen zu akquirieren? Sollen etwa zusätzlich Spenden für die Stiftung eingeworben werden? So wird die Stiftung des Vereins plötzlich zum Instrument ohne Erfolg.

Bevor die Stiftung ihre Bestimmung verliert oder gar zur hauseigenen Konkurrentin avanciert, wird es Zeit das Profil zu überdenken, die Besonderheiten einer Stiftung für die Fundraisingarbeit herauszuarbeiten und die Rollen von Verein und Stiftung neu zu bestimmen.

Mein Angebot:

  •  Beratungsgespräch für Fundraiser
  •  Workshop für Fundraiser und Vorstände

 

Haben Sie alle Ihre Stakeholder im Blick?

Geschäftsführer oder Stiftungsmanager fühlen sich nicht selten in einer Zwickmühle. In der Regel sind sie es, die die Interessen und Erwartungen aller Anspruchsgruppen miteinander in Einklang zu bringen haben, ohne das Gesamtziel aus den Augen zu verlieren. Hier ist Fingerspitzengefühl und Dialogfähigkeit gefragt.

Vorstände, Kuratorien, Stifter, Zustifter, Spender, ggf. Ehrenamtliche, Kooperationspartner, angegliederte Fördervereine, Stipendiaten, Alumni und selbstverständlich Behörden, Geförderte, die Medien und die gezielte Öffentlichkeit – und das Netzwerk wächst. Denkt man kurz an die eigenen Anspruchsgruppen wird man feststellen, dass sich hinter dem sehr nüchternen Begriff einzelne Menschen stehen, die sich für das gemeinnützige Ziel einsetzen wollen.  Wie wird man allen gerecht? Und wie erlangt man stabile und gute Stakeholder-Beziehungen?

In Zeiten von Social Media, Digitalisierung, transsektoralem Arbeiten, neuen Beteiligungsformaten und gleichzeitigen Herausforderungen durch sinkende Zinsen ist die Öffnung nach außen und die Notwendigkeit zur Veränderung vorgegeben. Viele Stiftungen haben sich auf Änderungskurs begeben, doch gerade Stiftungen mit sehr kleiner Personaldecke haben nun Schwierigkeiten den Erwartungshaltungen des wachsenden Netzwerks gerecht zu werden. Aus Management- sowie Kommunikationssicht wird deutlich, dass das Zusammenwirken von Organisation und ihren Stakeholdern sich verändert hat. Hier helfen zunächst professionelle CRM-Systeme den Überblick zu behalten, die Prioritätensetzung liegt aber bei Ihnen.

Bevor man sich aber in unterschiedlichen Ansprüchen verliert oder Enttäuschte ziehen lassen muss, sollten die eigenen Ziele und die Erwartungen aller Stakeholder mit neuem Blick unter die Lupe genommen werden. Stakeholderanalysen und Methoden des Stakeholdermanagements helfen Entscheidungen zu treffen und die geeigneten Kommunikationsmaßnahmen zu finden.

Sie brauchen wieder einen klaren Blick? Lassen Sie uns einen Termin für ein Beratungsgespräch ausmachen. 0341-9260369

Erfolgreiche Kooperation ist planbar:
Stakeholder-Recherche und -Analyse für Stiftungen und Unternehmen

Sie wollen ein neues Stiftungsprogramm implementieren und wissen nicht, wer sich bereits auf dem Feld etabliert hat?
Sie wollen ihr Netzwerk gezielt ausbauen und wollen wissen, welche Organisation oder Unternehmen helfen kann, Ihre Ziele zu stärken.  Oder suchen Sie als Stiftung gezielt einen Kooperationspartner? Ein Unternehmen als langfristigen Sponsoringpartner?
Sie suchen als Unternehmen eine gemeinnützige Einrichtung, die Ihr Unternehmensengagement widerspiegelt und ihr Kerngeschäft stärkt? Sie wollen wissen, welche Wertevertreter Ihrem Vorhaben entgegen stehen?
Wir sagen Ihnen, wer am besten zu Ihnen passt. Wir sagen Ihnen aber auch, wer eine kontroverse Ansicht vertritt und welche Grundsätze zu Konflikten führen können. Wir liefern Ihnen relevante Hintergrundinformationen und falls Sie es wünschen, vermitteln wir auch gerne einen ersten Kontakt.

Was ist eine Stakeholder-Analyse?

Die Stakeholder Analyse ist ein Prozess des systematischen Sammelns, Analysierens und Qualifizierens von Informationen, um bestimmen zu können, wessen Interessen bei einer Kooperation oder der Implementierung eines Projektes in Betracht gezogen werden sollten.

Wer ist ein Stakeholder?

Stakeholder, auch Interessensgruppen oder Anspruchsgruppen genannt, sind Beteiligte aus Ihrem Umfeld mit eigenen Interessenlagen an der Thematik, die Sie weiterentwickeln und verbreitet wollen. Die Interessensgruppen werden üblicherweise unterteilt in interne und externe Stakeholder, die jeweils unterschiedliche nähe zu Ihren Zielen haben können.

Welche Stakeholder-Eigenschaften werden analysiert?

Der erste Schritt beinhaltet die Identifizierung Ihrer relevanten Stakeholder. Die Analyse umfasst die Stakeholder-Eigenschaften, die sich auf Ihren Stiftungszweck oder Ihre Unternehmensziele beziehen, mögliche Allianzen mit anderen Akteuren, Positionen für oder gegen Ihre eigene Kultur und Werte und beurteilt die Fähigkeit der Stakeholder Ihr Thema zu beeinflussen. Je nach Stakeholdergruppe und Ihrem Profil werden die einzelnen Aspekte vorab definiert.

Warum ist die Analyse hilfreich?

Wenn Sie die Analyse vor der Implementierung des neuen Programmes oder der Kooperation mit Unternehmen oder anderen Stiftungen/NGOs durchführen, können Sie die Beteiligten vorab einschätzen, erkennen die Stolpersteine rechtzeitig und gehen Missverständnissen aus dem Weg. Mit Hilfe der Stakeholder-Analyse können Sie einen optimalen Prozessablauf von der Identifikation der relevanten Bezugsgruppe bis zur kommunikativen Maßnahme etablieren und erhöhen so die Chance auf eine erfolgreiche Partnerschaft.